Willkommen im Reich der Tierrechte!

Moralische Schizophrenie – Unser Denken ist verdreht

Wenn es nicht um unsere Hunde, Katzen, Pferde oder sonstigen Haustieren geht, legen wie Menschen das an den Tag, was am besten als moralische Schizophrenie beschrieben werden kann.

Wir sagen etwas darüber, wie Tiere behandelt werden sollten, und dennoch drehen wir uns dann um und tun etwas ganz anderes.

Unser Denken ist verdreht!

Viele von uns haben Tiere, wie Hunde und Katzen. Wir behandeln diese als Mitglieder unserer Familie.

Dennoch stechen wir eine Gabel in andere Tiere, die sich in nichts unterscheiden von denen, die wir als Mitglieder unserer Familie betrachten.

Wir müssen unser Verhältnis zu Tieren total überdenken!

Wenn Tiere moralisch von Bedeutung sind, wenn wir wirklich glauben, dass sie nicht bloße Dinge und dass ihre Interessen moralisch belangvoll sind, dann müssen wir ihren Interessen gleiche Berücksichtigung gewähren.

Das heißt aber nicht, dass wir Tiere in allen Fällen Menschen gleichgestellt behandeln müssen…

Mensch und Tiere haben verschiedene Interessen. Aber eines ist mit Sicherheit gleich:

Wir sind empfindungsfähige Wesen – Wesen, die bewusst Wahrnehmungen machen, und Schmerz und Leid erleben.

Mensch und Tier haben gleichermaßen Interesse daran, Schmerz, Leiden und Tod zu meiden!

Menschen und Tiere haben gleichermaßen ein Interesse daran, nicht gegessen zu werden, nicht in Experimenten, oder als unfreiwillige Organspender gebraucht, gejagt, oder anderweitig als bloße Ressourcen für andere behandelt zu werden.

In einer Welt, in der es wenig Übereinstimmung in moralischen Fragen gibt, erkennen die meisten Menschen an, dass menschliche Sklaverei moralisch falsch ist. Sklaverei behandelt Personen als Dinge.

Dennoch ist die Sklaverei nie vollständig abgeschafft worden. Aber niemand verteidigt sie als moralisch annehmbar, und wir verurteilen sie, wo immer sie noch existiert.

Wir behandeln Tiere in einer Art und Weise, wie wir Menschen selbst nie behandeln würden, wenn doch, dann wird dies als nicht angemessen betrachtet. Tiere sind das Eigentum von Menschen. Wir besitzen sie. Sie haben einzig den Wert, den wir ihnen zu geben belieben.

Tiere sind die Sklaven von Menschen!

Wie können wir diese unterschiedliche Behandlung rechtfertigen? Wie können wir es rechtfertigen, die Sklaverei bei uns Menschen zu verurteilen, aber die Sklaverei bei den Tieren zu gestatten?

Die übliche Erklärung ist, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen Mensch und Tier gäbe, der es rechtfertige, Tiere als unsere Sklaven und unser Eigentum zu behandeln.

Wir haben unsere Ausbeutung von Tieren historisch mit der Begründung gerechtfertigt, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen dem menschlichen Geist und dem Geist anderer Tiere gebe.

Wir erkennen an, dass Tiere empfindungsfähig sind, aber wir bestreiten, dass sie intelligent, rational, emotional, oder sich ihrer selbst bewusst sind.

Aber die Behauptung, dass Menschen geistige Eigenschaften haben, die Tiere gänzlich fehlen, ist unvereinbar mir der Evolutionstheorie. Darwin stellte fest, dass es keine einzigartigen menschlichen Eigenschaften gibt. Er argumentierte, dass Tiere denken, schlussfolgern und urteilen können und viele emotionale Merkmale haben, die dieselben, wie bei Menschen sind!

Darüber hinaus bleibt jeder Versuch, unsere Ausbeutung von Tieren darauf gründend zu rechtfertigen, dass ihnen menschliche Eigenschaften fehlen, die Antwort auf die Frage, von welchem moralischen Belang dies ist, schuldig, indem er unterstellt, dass menschliche Eigenschaften moralisch überlegen sind und unterschiedliche Behandlung rechtfertigen.

Selbst wenn, zum Beispiel Menschen die einzigen Tiere sind, die sich im Spiegel erkennen, oder durch eine symbolische Sprache kommunizieren können, so ist kein Mensch fähig zu fliegen, oder ohne Hilfe unter Wasser zu atmen.

Was macht die Fähigkeit, sich im Spiegel zu erkennen, oder eine symbolische Sprache zu gebrauchen, in einem moralischen Sinne besser, als die Fähigkeit zu fliegen, oder unter Wasser zu atmen?

Selbst wenn wir annehmen, dass menschliche Eigenschaften “Besondere” seien, ist dies keine Rechtfertigung andere Lebewesen, die diese “Besonderheit” nicht haben, auszubeuten, zu quälen und zu töten!

Ein Beispiel:

Menschen, die geistig behindert sind, fehlen die kognitiven Fähigkeiten, die nicht behinderte Menschen haben. Dies hat aber keinerlei Bedeutung hinsichtlich der Frage, ob wir solche Menschen als Versuchsobjekte in Experimenten, oder als Organspender gebrauchen.

Am Ende ist der einzige Unterschied zwischen Mensch und Tier:

Die Spezies!

Und die Spezies ist eben sowenig eine Rechtfertigung für Ausbeutung, wie es die Rasse, das Geschlecht, oder die sexuelle Orientierung ist. Speziesismus unterscheidet sich nicht von Rassismus, Sexismus oder Homophobie.

Wenn wir ernsthaft über das Mensch / Tierverhältnis nachdenken wollen, dann gibt es nur eine Eigenschaft, die relevant ist:

Empfindungsfähigkeit!!

Wir müssen das Recht, nicht als Eigentum behandelt zu werden, auf alle empfindungsfähigen Lebewesen, ungeachtet ihrer sonstigen geistigen Eigenschaften ausdehnen.

Wir müssen vermeiden, neue Hierarchien zu schaffen, in denen wir einige Tiere als “besondere”behandeln, basierend darauf, dass sie “wie wir” sind!

Wir sollten die Ausbeutung von Tieren abschaffen, und sie nicht lediglich zu regulieren suchen. Die Grundfrage ist nicht, ob wir z. B. die Kuh “human” behandeln. Die Grundfrage lautet:

Warum setzen wir überhaupt Kühe in die Welt?

Der einzige Grund weshalb die Kuh existiert, ist, dass wir sie ihres Fleisches und ihrer Milch wegen ausbeuten können..erkennen wir einmal an, dass wir keine moralische Rechtfertigung dafür haben, sie auszubeuten – wie “human” auch immer unsere Tiersklaverei auch sein mag -,

Es gibt keinen Grund dafür noch länger Kühe zur Ausbeutung und Sklaverei zu haben…

Quelle: Auszug – Prof. Gary L. Francione Buch: Introduction to Animal Rights: Your Child or the Dog?

 

 

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