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Im Zoo-China: Lebendfütterung der Tiger als Touristenattraktion

Foto: welt.de

Da stockt nicht nur den Tierschützern der Atem: In einem chinesischen Zoo werden den Raubtieren lebende Tiere verfüttert – zur Gaudi der sensationslüsternden Besucher. 

Was bei uns undenkbar ist, gilt im Zoo der nordchinesischen Stadt Harbin als Touristenattraktion: Die Fütterung von Wildkatzen mit lebenden Tieren.

Auch lebende Hühner und Enten werden den Grosskatzen im Wildreservat der 6-Millionen-Stadt verfüttert. Die Zuschauer können das «Futter» kaufen:

Ein Huhn kostet umgerechnet gut sechs Franken; für eine Kuh müsssen knapp 250 Franken hingeblättert werden. Während die Kühe von Angestellten in den Park getrieben werden, dürfen die Zoobesucher ihre gekauften Hühnchen aus einem parkeigenen Bus den Tieren zum Fraß vorwerfen.

Die sibirischen Tiger sind alle wohlgenährt. Sie töten die Beute nicht sofort, wie das in der freien Wildbahn der Fall wäre, sondern spielen mit ihren Opfern. Die Kühe sterben einen langsamen, qualvollen Tod.

 

Was ist Lebendfütterung und wo findet sie statt?

Seit vielen Jahren gibt es in den Zoos und Tierparks der meisten Länder keine Verfütterung lebender „Beute“ mehr an Raubtiere. Doch in China ist das auch heute noch weit verbreitete Praxis.
Laut einem Bericht aus dem Jahr 2005 der Umwelt- und Tierethikgruppe (EAEG), einer chinesischen Arbeitsgruppe, ist die Zahl der „Wildtierparks“ und „Safariparks“ in China von null (vor 1993) auf über 30 (2005) gewachsen. Die meisten dieser Parks haben Raubtiere und von der von der EAEG in den Jahren 2003 bis 2004 18 Parks gab es bei 12 die Praxis der Lebendverfütterung als Publikumsspektakel zu sehen.

Die Raubtiere in diesen Parks sind die meisten Arten der Großkatzen, Bären und Hyänen.

Die „Beutetiere“ sind Rinder, Büffel, Ziegen, Pferde, Hühner, Strauße, Enten, Perlhühner und Kaninchen. Oft werden die Raubtiere vor den „Shows“ bewusst hungrig gehalten um sie aggressiver zu machen und die Show damit spektakulärer. Die Beutetiere werden den Raubtieren oft weggenommen, ehe sie gefressen werden können.

Einige dieser Beutetiere werden so mehrmals eingesetzt bevor sie einen langsamen und qualvollen Tod erleiden. Sowohl Raubtiere als auch Beutetiere werden oft in kleinen überfüllten Käfigen und Gehegen gehalten.

Die „Show“ hat nichts mit dem zu tun, was in freier Wildbahn geschieht und ist nichts als ein Akt barbarischer Grausamkeit.

Wie rechtfertigen die Parks diese Praxis?

 

Die Manager der Parks rechtfertigen die Lebendverfütterung mit dem Argument, dass es ein „Training“ sei für jene Tiere, die dazu bestimmt sind, frei gelassen zu werden. (so genanntes „Auswilderungstraining“). Es wird zugleich auch als Unterhaltung des Publikums eingesetzt.

Oft ermuntert man das Publikum zum Kauf eines Beutetiers ehe dieses den Raubtieren verfüttert wird. In einigen Fällen dürfen die Besucher sogar lebende Hühner und andere Tiere an Angeln zu den Raubtieren hinunterlassen.

 

Was wird dagegen unternommen?

Animals Asia arbeitet schon seit 1999 mit Organisationen innerhalb Chinas wie der China Wildlife Conservation Association, um Vorschriften für ein Ende dieser Praxis zu erreichen. Wir werden weiter die Einrichtungen überwachen, die Lebendfütterungen zulassen und bei internationalen Zooverbänden vorsprechen, damit sie ihren Einfluss auf chinesische Zoos und Parks einsetzen. Wir werden unsere Unterstützer auffordern, Protestbriefe an ihre örtlichen chinesischen Botschaften oder Konsulate zu schreiben. Wir werden weiter alle Möglichkeiten ausschöpfen, um diese Praxis zu beleuchten und ans Licht zu bringen.

Sie können dabei helfen. Schreiben Sie an ihre örtliche chinesische Botschaft oder Konsulat.

Adressen findet man HIER.

 

Quellen: Animals Asia und 20 Minuten Online

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